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Wie schreibt man Tanka, Haiku und Senryû? Hier die Antwort

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11. Jan 2009, 13:30

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 Betreff des Beitrags: Wie schreibt man Tanka, Haiku und Senryû? Hier die Antwort
BeitragVerfasst: 11. Jan 2009, 13:30 
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Hallo Freunde der asiatischen Kurzlyrik, hier will ich erläutern, wie man Tankas und Haikus schreibt.
Als erstes der Aufbau und ein paarBeispiele, die den Aufbau illustrieren sollen. Ihr werdet erkennen, dass die Kurzlyrik Ansprüche stellt, aber keine, die man nicht überwinden kann. Fangen wir also an:

Das Tanka

Das Tanka hat fünf Zeilen und eine geregelte Silbenzahl. Die Silben verteilen sich wie folgt:

1. Zeile = fünf Silben.
2. Zeile = sieben Silben.
3. Zeile = fünf Silben.
4. Zeile = sieben silben.
5. Zeile = sieben silben.

Insgesamt haben wir also einundreißig Silben. Aber: sollten es auch mal dreißig oder zweiundreißig Silben sein, kein Thema, es reißt euch deshalb niemand den Kopf ab.

Auf jeden Fall gilt aber Einheitlichkeit und Wirkung. Was heißt das?
Achtet auf die Verben und versucht sie in eine logische Kette zu bringen. Denn Verben können eine Geschichte oder den Ablauf einer Empfindung beschreiben, z. B. hören, empfinden, schweigen.
Dank dieser Verb-Kette macht ihr euer Gedicht einheitlicher. Und Wirkung erzielt ihr dadurch, dass ihr euch fragt, welche Wirkung ihr beim Leser erreichen wollt. Soll er lachen, weinen oder sich ärgern? Es liegt an euch.

Gibt es spezielle, also typische, Themen für das Tanka?

Nein, schreibt worüber ihr wollt, dem Tanka ist das egal, es passt sich jedem Thema an, egal ob ernst oder humorvoll.

Wie schreibt man nun ein Tanka?
Dafür hier ein Beispiel:

Suche mir Themen,
das Tanka bietet sich an,
will erprobt werden:

ich zweifle und hoffe auch,
doch dann ist das Werk vollbracht.

© wolfgang

Banal? Mag sein, aber das ist ein Tanka! Wie geht das nun?

In der ersten Zeile wird das Thema genannt, in der zweiten wird Aufmerksamkeit erregt und das Ziel genannt und in den restlichen Zeilen wird dann das Thema ausgeführt. So einfach ist das!



Das Haiku


Das Haiku ist schwieriger, weil es ein spezielles Thema hat: es handelt von den Jahreszeiten, also: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Andere Themen sind nicht erlaubt. Auch hier gilt wieder die begrenzte Silbenzahl:

1. Zeile, fünf Silben.
2. Zeile, sieben Silben.
3. Zeile, fünf Silben.

D.h. ein Haiku besteht aus Thema und Ausführung. Das Thema steht in der ersten Zeile und die anderen beiden führen das Thema aus. Eigentlich auch kein Hexenwerk, oder? Hier also ein Beispiel:

Der Winterbeginn:
Auf kahlen Bäumen sitzen
krächzende Raben.

© wolfgang

War das nun schwer?
Wohl kaum. Schwer sind nur die Anspielungen. Denn im Laufe der über tausendjährigen Geschichte haben die Haiku - Dichter Symbole entwickelt, wie z. B. krächzende Raben, kahle Äste u. s. w. Und das sind Anspielungen, die man kennen muss. Doch google sei dank ist das kein Thema.



Das Senryû

An die japanischen Moren angelehnt, wird das deutschsprachige Senryû zumeist in drei Versen verfasst.

1.Zeile = 5 Silben
2.Zeile = 7. Silben
3.Zeile = 5 Silben

Mittlerweile gehen einige Autoren dabei so vor, dass ein Senryû ohne Beachtung der Silben in drei Versen in Anlehnung an die Kürze und das konkret festgelegte Muster des japanischen Senryû verfasst werden kann.

Gibt es besondere Themen?

Ja die gibt es. Das Senryû befasst sich inhaltlich mit einem prägnanten, sehr emotionalen Moment einer Persönlichkeit. Dabei wird versucht, jenen besonderen Augenblick konkret fassbar zu machen.

Eine ähnliche Form ist das Haiku, das gern mit dem Senryû verwechselt wird, sofern sich lediglich an die Silben orientiert wird.

Hier ein Beispiel:
Auch wohlwollend betrachtet:
Das Gesicht im Spiegel
zeigt kalte Züge

Issa; übers. von D. Krusche

Es ist also meist ein tragischer Moment der zusammengefasst wird. Manchmal findet man aber auch humoristische Inhalte.


So weit von mir.
Also dann auf die Taste, fertig und los mit dem schreiben.
Viel Spass und Glück!

Gruss Wuermche


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